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Wie aber kann ich nun erkennen, ob der Film im Fernsehen im korrekten Format ausgestrahlt wird? Gehen wir zunächst davon aus, daß der fragliche Film ein anamorpher Streifen in 2,35:1 ist. Im Idealfall wird dieser auch in 2,35:1 ausgestrahlt, das dürfte dann eindeutig zu erkennen sein. Viel häufiger aber werden Sie auf eine auf 1,85:1 gezoomte oder eine pan & scan-Fassung treffen. Wenn das falsche Bildformat dann nicht bereits durch eine miserable Bildkomposition oder abgeschnittene Credits auffällt, so halten Sie nach Artefakten der anamorphen Aufnahmetechnik Ausschau. Denn die anamorphen Linsen bewirken Störungen im Filmbild, so werden z.B. nicht-fokussierte runde Lichtquellen (z.B. eine Straßenlaterne im Hintergrund) vertikal verzerrt (der gesamte nicht-fokussierte Hintergrund wird verzerrt, aber bei Lichtquellen ist der Effekt am deutlichsten wahrnehmbar). Ein anderer, besonders auffälliger Bildfehler ist eine von Lichtquellen ausgehende horizontale blaue Linie - hier zwei Beispiele:




Sehen Sie eine solche blaue horizontale Linie im Bild, dann handelt es sich um einen anamorphen Film. Erfolgt die Ausstrahlung nun in 1,33:1, haben Sie definitiv eine P&S-Fassung vor sich, bei schmalen Balken eine aufgezoomte Fassung (vergessen Sie nicht, daß sich die Balkengröße/-sichtbarkeit bei 16:9-Fernsehern ändert). Wird der Spielfilm in 2,35:1 ausgestrahlt, aber Sie finden keine der obigen Artefakte, dann handelt es sich um einen Film, der in Super35 gedreht wurde, was zudem in einer größeren Körnigkeit des Bildes resultiert. Hier ein Super35-Film, bei dem deutlich zu sehen ist, daß die nicht-fokussierten Lichtquellen im Hintergrund rund bleiben und nicht verzerrt werden:


Das Erkennen von Super35-Filmen, die in einem 1,33:1-Ausschnitt gesendet werden, ist aber recht schwierig. Hier ist vor allem auf Unterschiede in der Bildkomposition gegenüber einem ungematteten 1,85:1-Film zu achten:

Filme in 1,85:1, die auch so gesendet werden, können Sie anhand der fehlenden Artefakte identifizieren, zumal die Bildkomposition einwandfrei sein sollte. Liegt der Film aber ohne Matte vor, sind Sie neben eindeutigen Merkmalen wie ein ins Bild ragendes Mikrofon auf Ihr Gespür für optisch ansprechende Bildkompositionen angewiesen (ist z.B. immer viel Freiraum über dem Kopf des Schauspielers?). Der viel zu große Kopf- und Bodenraum fällt meistens deutlich auf. Auch wenn Credits in gegenüber Matte-Balken "sicheren" Positionen eingeblendet werden, läßt sich eine ungemattete Ausstrahlung relativ sicher identifizieren.


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© 2001 Alex Klutzny

"Armageddon" © 1998 Touchstone Pictures
"The Negotiator" © 1998 Warner Bros.