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Okay, nun gibt's nochmal richtig Verwirrung. Es gibt nämlich noch einen weiteren Aufnahmestandard, genannt Super35. Populärster Nutzer von Super35 ist Regisseur James Cameron; "Terminator 2", "True Lies" und "Titanic" sind alle in diesem Format hergestellt worden. Hierbei handelt es sich um eine Art Mischform zwischen flat und anamorph. Bei den Dreharbeiten wird ein Bild im Format 1,33 : 1 unverzerrt belichtet. Für die Kinovorführung wird ein bestimmter Ausschnitt dieses Bildes (meistens) zu einem anamorphen 2,35 : 1-Bild umkopiert. Hier ist es leichter, ein großes Breitwandformat fürs Kino zu erhalten und gleichzeitig einen günstigeren Transfer für das Fernsehen oder Video zu machen. Im Gegensatz zu einem echten anamorphen Breitwandfilm ist ein besseres Resultat beim Erstellen einer Vollbildfassung möglich, da von Anfang an ein TV-gerechterer Bildausschnitt gewählt werden kann. Im Kino gibt es mehr Bildinformationen an den Seiten, die Vollbildfassung zeigt mehr oben und unten. Super35 erlaubt im Gegensatz zu anamorph bessere Aufnahmen von anspruchsvollen Lichtverhältnissen und produziert keine optischen Fehler, jedoch ist der Film viel körniger und erfordert aufwendigere Kopiervorgänge.
Zum besseren Verständnis ein paar Vergleiche zwischen Super35 im Kino und TV/Video:




   



   



   


   

Deutlich fällt auf, daß die Bildkomposition im Breitwandformat wesentlich harmonischer und dynamischer ist. Nun werden sich vielleicht einige sagen, "ja, klasse, das ist's doch!" Aber langsam, auch dieses Verfahren hat erhebliche Nachteile. Ähnlich wie bei Flatfilmen werden auch bei Super35 Spezialeffekte in der Regel nur für den im Kino zu sehenden Ausschnitt produziert, um Kosten zu sparen. In solchen Szenen muß für das Vollbild wieder hineingezoomt werden, visuelle Information und Bildkomposition wird zunichte gemacht. Bestes Beispiel: "Titanic". Praktisch alle Einstellungen, in denen digitale Effekte zu sehen sind, sind für 2,35 : 1 hergestellt - die geöffnete Vollbildfassung ist dann ein hereingezoomter Ausschnitt. Außerdem liegt es in den Händen des Kameramannes, in wie weit er bei den Dreharbeiten auf den Vollbildausschnitt Rücksicht nimmt - noch immer wird der Film für das Kino gedreht. Und dies ist auch das stärkste Argument gegen Super35. Entscheidend ist das Kinobreitbild - so wurde der Film für die Theater gedreht, so soll er dort zu sehen sein. Und wie Sie den Film im Kino gesehen haben, so soll er schließlich auch zu Hause zu sehen sein - im Breitwandformat.


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© 1999 Alex Klutzny

"The Long Kiss Goodnight" © 1996 New Line Cinema